Liebe Uhufreundinnen und -freunde,

auch an unserem Web-Cam-Brutplatz brachen die Uhus ihre schon intensive Balz während des Dauerfrostes ab. Obwohl wir schon Anfang Februar einige Kopulationen beobachtet hatten, sanken die eine Brut vorbereitenden Aktivitäten der Uhus zwischenzeitlich annähernd auf den Nullpunkt. Später nahm Leo seine wochenlangen Bemühungen, das Weibchen Lotte in Brutstimmung zu bringen, wieder auf. Am 15.3. konnten wir, fast schon bei Dunkelheit, erneut eine Kopulation auf dem Felsgrat sehen.

Von den drei in den letzten Jahren benutzten Nistmulden, scheint in diesem Jahr Leo das Nest von 2016 zu favorisieren. Dort hatte ich zwischenzeitlich einen weiteren IR-Scheinwerfer montiert, so dass wir nun mit „Cam 1“ von oben auch bei Dunkelheit sehen können, was dort passiert.

An „Cam 2“ haben wir aus unbekannten Gründen derzeit immer noch keinen Ton, können das jedoch verschmerzen, weil sich Leo für diesen Brutplatz weniger interessiert.

Für die Bildqualität beider Cams haben wir einen Schritt nach vorn getan: Seit dem 14.3. steht uns der neue Glasfaseranschluss zur Verfügung. Nun müssen wir lernen, mit der neuen Datenmenge umzugehen. Diverse Einstellungen sind möglich und notwendig, auch um die richtige Balance zwischen guter Bildqualität und steigender Kosten durch viel größere Datenmengen zu finden. Nun haben wir auch erstmals mit der enormen Kabellänge zwischen Fels und Internetanschluss zu kämpfen – ein neues Luxusproblem.

Ob all der Aufwand lohnt und wir auch in diesem Jahr ein Brutgeschehen werden übertragen können, bleibt wohl noch ein paar Wochen lang ungewiss. Bisher brütet jedenfalls noch kein einziges Uhupaar an der Ahr, und auch in der übrigen Eifel brüteten die Uhus erst an sieben von 35 kontrollierten Plätzen (Stand 12.3.). Zu allem Überfluss schneite es in den vergangenen Tagen erneut.

 

Ihr Stefan Brücher
Gesellschaft zur Erhaltung der Eulen e. V.


Endlich läuft die Cam wieder zuverlässig

Endlich läuft die Cam wieder zuverlässig

Liebe Uhufreundinnen und –freunde,

nach zwei Wochen (fast) ohne Bilder aus dem Brutfelsen sind wir nun endlich wieder live dabei.

Beide Uhus sind wohlauf, und an manchen Abenden konnten wir auch schon intensive Balz, teils mit Kopulation und Beuteübergaben, sehen oder zumindest hören. Einen Mulde-scharrenden Leo haben wir in den paar Tagen noch nicht beobachten können. Inwieweit dies vielleicht auf einen späten Brutbeginn oder auf eine nochmals neue gewählte Brutnische hindeutet bleibt abzuwarten.

Immerhin stattete Leo der letztjährigen Brutnische am frühen Rosenmontag einen Besuch ab, siehe Video.

Beschädigtes Kabel

Vor zwei Wochen hatte ich an Cam 1 einen neuen Schutzkasten und neue Infrarot-Scheinwerfer angebracht, um für die neue Saison gut gerüstet zu sein. Danach lief die Übertragung jedoch nur noch zwölf Stunden bis der Fehlerstromschutzschalter die Stromzufuhr beendete. Vermutlich hatte die Ursache mit den Umbauten zu tun; ich brauchte einige Tage, um herauszufinden, dass es doch andere Ursachen gab.

Den Spuren nach zu urteilen, hatten Marder (siehe Video) Gefallen am Strom zuführenden Kabel gefunden. An mehreren Stellen hatten spitze Zähne die Isolierung durchlöchert und war Feuchtigkeit eingedrungen. Aber auch nach der Erneuerung von 120 m Kabel (es war bei Schnee und Eis im unwegsamen Gelände kein Vergnügen) lief die Cam nur eine Stunde bis es im Sicherungskasten erneut klapperte.

Bei der Kontrolle des nächsten Kabelabschnittes fand ich dann den letztlich wohl ausschlaggebenden Fehler: Mäuse (siehe Video) hatten die Isolierung an einer Stelle derart abgeknabbert, dass „Null und Erde“ blank nebeneinander lagen. Schwarzgefärbt und mit „Schmorgeruch“, kein Wunder also… Nach dem Austausch des Kabels läuft die Cam nun wieder zuverlässig und wir können die weitere Entwicklung nun hoffentlich live miterleben.

Ich wünsche Ihnen schöne Beobachtungen

Ihr Stefan Brücher
Gesellschaft zur Erhaltung der Eulen e. V.


Ausgeflogen, aber noch in der Nähe

Ausgeflogen, aber noch in der Nähe

Liebe Uhufreundinnen und –freunde,

ganz nach Fahrplan sind die Junguhus im Alter von acht Wochen ausgeflogen. Der kleinere brauchte einige Tage länger, um den Absprung zu finden und suchte danach auch direkt die Gesellschaft seines Geschwisters.

Weil das diesjährige Nest „landetechnisch“ recht anspruchsvoll ist, werden sich die Uhus vermutlich nicht so bald wieder dort einfinden. Diesbezüglich wurden wir in den Vorjahren vom Traditionsnest sehr verwöhnt. Dort konnten wir die Heranwachsenden noch wochenlang regelmäßig wiedersehen. Aktuell können wir sie nur akustisch vernehmen und soweit es sich abschätzen lässt, sind die Uhus wohlauf. Bettelrufe und nächtliches Schnabelgeklapper deuten auf einen normalen Ablauf hin. Vielleicht können wir mit einer leicht verschobenen Halterung von Cam1 den vermutlichen Aufenthaltsort der Jungen etwas beobachten und sie doch noch einmal zu Gesicht bekommen.

Wir danken Ihnen für Ihr reges Interesse am diesjährigen Brutgeschehen.

Auch bitte ich Sie herzlich um eine Spende (Verwendungszweck: Webcam) für die Übertragung der Live-Bilder. Trotz Hauptsponsor liegt unser Eigenanteil am Webcam-Betrieb bei mehreren tausend Euro jährlich. So können Sie gewiss verstehen, wie dankbar wir für jede Spende sind.

Vielleicht mögen Sie auch das EGE-Kinder- und Familienbuch für 12,50 Euro bestellen. Eine der sechs Geschichten darin handelt von Uhus.

Mit freundlichen Grüßen

Ihr Stefan Brücher
Gesellschaft zur Erhaltung der Eulen e. V.


In zwei Wochen fangen sie an zu fliegen

In zwei Wochen fangen sie an zu fliegen

Liebe Uhufreundinnen und –freunde,
voraussichtlich sind die beiden Junguhus nur noch zwei Wochen lang im Nest. Weil das Nest nicht viel Raum bietet, könnte der Bewegungsdrang die jungen Uhus schon relativ früh zum Verlassen der Brutnische drängen. Allabendlich können wir sehen, wie energiegeladen sie mit den Flügeln schlagen, auf Beute springen und herumlaufen.

Bei der Beringung konnte ich das Größenverhältnis der Geschwister  einschätzen. Ich glaube, beide Vögel sind Männchen. Sie waren doch ausreichend genährt und geben keinen Anlass zur Sorge.

Auch meine Futterlieferungen waren seltener notwendig. Eine gewisse Grundversorgung mit Mäusen ist gegeben, und zweimal wurde auch ein Kaninchen erbeutet. Auch die beiden jungen Uhus zeigen beim Fressen in dieser Hinsicht eine gewisse Gelassenheit, wenn man das so sagen darf.

Nun haben die beiden eine weitere Herausforderung zu bestehen:
Am 22. Mai werden nämlich die unterhalb des Nestes gelegenen Rebflächen erstmalig in diesem Jahr vom Hubschrauber aus gespritzt. Mit der Hubschrauberfirma habe ich die nötigen Absprachen getroffen, so dass sich die Risiken für die Uhus in Grenzen halten sollten.

Noch ein Tipp:
Schauen Sie doch auch mal in unsere „Highlights“. Jeden Tag fallen mehere Hundert Einzelbilder an, die wir sichten unddavon die interessantesten für Sie online stellen.

 

Mit freundlichen Grüßen

Ihr Stefan Brücher
Gesellschaft zur Erhaltung der Eulen e. V.


Beringung diesen Freitag

Beringung diesen Freitag

Die Beringung der jungen Uhus ist für diesen Freitag den 12.5.2017 gegen 20:00 Uhr geplant.

Liebe Uhufreundinnen und –freunde,
im Alter von gut vier Wochen werden die Uhus langsam mobil. Höchste Zeit für die Beringung.
Bei der Nahrungsversorgung haben die Uhus weiterhin bedenkliche Lücken. Sie erbeuteten zwischenzeitlich hauptsächlich Mäuse und Ratten und Gartenschläfer. Das größte Beutetier war ein Waldkauz. Zwei von mir gelieferte Bisam haben lebensbedrohliche Engpässe verhindert.

Bei den Beringungen der Eifeluhus konnte ich in den vergangenen zehn Tagen ein weites Spektrum beobachten. Manche Brutpaare können die Jungtiere kaum mit dem Nötigsten versorgen, andere leben im Überfluss. Gestern konnte ich die bisher schwersten Junguhus beringen. Richtige „Fleischklöpse“, sie waren sichtlich vollgefressen und als Reserve hatten sie noch zwei adulte sowie zwei junge Saatkrähen im Nest liegen. Und dies obwohl das Uhu-Männchen vor einer Woche überfahren wurde. Die verbliebene Uhu-Mutter lebt im Schlaraffenland: Nur wenige hundert Meter entfernt befindet sich eine große Saatkrähenkolonie.

In anderen Nestern finde ich wieder vermehrt Jungfüchse als Beute. Werden sich unsere Ahr-Uhus diese Ressource auch wieder erschließen?

 

Mit freundlichen Grüßen

Ihr Stefan Brücher
Gesellschaft zur Erhaltung der Eulen e. V.