Beide Junguhus vom Waschbären gefressen!

Beide Junguhus vom Waschbären gefressen!

Liebe Uhufreundinnen und-freunde,
der, die Beringung betreffende Tagebucheintrag ist nun hinfällig geworden. In der vergangenen Nacht hat ein Waschbär beide Junguhus gefressen.

Für die Eifel ist dies der erste Nachweis, es ist jedoch gut möglich, dass viele der uns bekannten Brutaufgaben diese Ursache haben. Es als „natürlich“ anzusehen, fällt mir etwas schwer. Waschbären sind durch Menschen nach Europa eingeschleppt worden, die einheimischen Arten haben keine gewachsenen Strategien, um mit dieser Gefahr umzugehen.

Die diesjährige Webcam-Saison endet nun schlagartig.

Etwas schockiert,
ihr Stefan Brücher
Gesellschaft zur Erhaltung der Eulen e. V.

 

 


Beringung der jungen Uhus

Beringung der jungen Uhus

Liebe Uhufreundinnen und -freunde,
den beiden Junguhus geht es gut.

Der große Jungvogel wiegt 1.350 g, der kleinere 1.050 g. Der Gewichtsunterschied entspricht dem Größenunterschied der beiden. Beide sind ähnlich und erstaunlich gut genährt.

Der Bauch des kleineren war so prall gefüllt, dass ich befürchtete, beim Anfassen mit einem Schwall warmer Flüssigkeit begrüßt zu werden. Offensichtlich hatte K2 in der Nacht zuvor einiges von der Beute abbekommen. Eine Geschlechtsbestimmung der beiden traue ich mir nicht zu. Daher habe ich heute (17.05.2021) je eine Flaumfeder der Jungen zwecks Geschlechtsbestimmung an ein Labor in Bielefeld geschickt. Ich bin gespannt auf das Ergebnis und werde berichten. Weitere Auffälligkeiten gab es anlässlich der Beringung nicht.

Ganz im Gegensatz zur Beringung an einem zweiten Ort am letzten Sonntag: An diesem weiteren Brutplatz an der Ahr hatte ich noch sechs Tage zuvor mit dem Fernrohr zwei stattliche Junguhus im Nest sitzen sehen. Nun fehlte jedoch einer spurlos; auch die Suche unter dem Felsen blieb ergebnislos. Nahrung war im Nest ausreichend vorhanden, und das verbliebene Geschwister war auch gut genährt. Die Verlustursache bleibt unbekannt.

Bei unserer Uhufamilie vor der Webcam indessen scheint alles in Ordnung zu sein.

Ich wünsche Ihnen schöne Beobachtungen.

Ihr Stefan Brücher
Gesellschaft zur Erhaltung der Eulen e. V.


Lotte ist in der Nähe!

Lotte ist in der Nähe!

Kein Grund zur Sorge, Lotte ist in der Nähe! Die Beringung ist für diesen Sonntag, den 16. Mai 2021 geplant.

Liebe Uhufreundinnen und -freunde,
bei unserer Uhufamilie läuft alles so, wie wir es aus den Vorjahren schon kennen. Ab dem Alter von ca. vier Wochen sitzen die Junguhus häufiger nicht mehr in direkter Tuchfühlung mit ihrer Mutter. In den vergangenen Tagen konnten wir auch beobachten wie Lotte Fütterungen außerhalb der eigentlichen Brutnische anbot. Die Jungen zögerten jedoch noch, ihren bisher kleinen Aktionsradius zu verlassen.

Auch wenn sich Lotte nicht im Sichtbereich der Cam aufhält, ist sie oft doch ganz nah. Auch akustisch hält sie mit unauffälligen Tönen Kontakt zu ihrem Nachwuchs. Am heutigen Mittwoch (12. Mai) konnten wir frühmorgens ein kleines Wackeln der Cam bemerken. Lotte landete offensichtlich auf dem Gehäuse.

Die Nahrungsversorgung war in den vergangenen zehn Tagen recht gut. Bisher wurden auffallend viele Tauben, ein Mäusebussard, Krähen und Kaninchen erbeutet. Einmal haben wir den Uhus zusätzlich ein überfahrenes Kaninchen zukommen lassen.

Es ist nicht ganz leicht, für die Beringung der sehr unterschiedlich großen Uhu-Geschwister den geeignetsten Zeitpunkt zu finden. Ich hoffe, am kommenden Sonntag gegen 12 Uhr (sofern das Wetter es zulässt) auch den Kleinsten beringen zu können.

In der Nachbarschaft unserer Uhus fehlt nach wie vor das Brutpaar ahrabwärts. Die Nachbarn ahraufwärts haben drei dicke, schwere Junge. Als ich diese vor einigen Tagen beringte, fand ich erstmals einen jungen Graureiher im Beutedepot. Es scheint, als hätten diese Uhus nun die Graureiherkolonie in gut ein Kilometer Entfernung als Ressource entdeckt.

Endlich ist auch in der Eifel der Frühling angekommen. Die Bäume werden schlagartig grün und das Leben explodiert. Ich hoffe, unsere Uhus können dies mit weiterhin ausreichendem Jagderfolg nutzen.

Mit freundlichen Grüßen,
Ihr Stefan Brücher
Gesellschaft zur Erhaltung der Eulen e. V.


Das kleinste Küken ist gestorben

Das kleinste Küken ist gestorben

Liebe Uhufreundinnen und -freunde,
das kleinste Küken ist heute (29.4.) gestorben. In den vergangenen Tagen war die Nahrungsversorgung zwar gar nicht so schlecht, aber dennoch bekam „K3“ nur sehr wenig ab.

Die Geschwister waren im Futterannehmen schon sehr geübt, konnten sich besser nach vorne drängeln und auch schon eine ganze Maus am Stück hinunterschlucken. Das kleinste und noch blinde Küken hatte zu oft das Nachsehen und auch die besonders niedrigen Temperaturen haben seine Lage erschwert.

Lotte legte das gestorbene Küken zuerst zur Seite und wartete noch, bis sie es an die Geschwister verfütterte. Nichts wird verschwendet. Mir scheint, Lotte ließ dieser Entwicklung ihren Lauf, ohne gezielt dagegen zu handeln. In ungezählten Jahrtausenden der Evolutionsgeschichte hat sich dieses Verhaltensmuster eingeprägt; es ist für Uhus das instinktiv richtige.

Mit freundlichen Grüßen, doch auch etwas bedrückt
Ihr Stefan Brücher
Gesellschaft zur Erhaltung der Eulen e. V.


Nr. 3 ist geschlüpft

Nr. 3 ist geschlüpft

Liebe Uhufreundinnen und -freunde,

am Freitagabend (16.04.) hörten wir während Lottes Abwesenheiten auch ein Lebenszeichen aus dem dritten Ei. Es wurde ja vermutlich etwa eine Woche nach dem ersten Ei gelegt, und das Küken sollte daher spätestens zu Beginn der neuen Woche schlüpfen. Am heutigen Sonntagvormittag (18.4.) konnten wir beobachten wie Lotte eine Eierschale gefressen hat. Ein sicheres Zeichen für den Schlupf des dritten Kükens, und auch beim genauen Hinhören können wir eindeutig drei Stimmen feststellen.

Bisher ist Leo bei der Nahrungsbeschaffung recht erfolgreich. Stockente, Ratte und viele Mäuse standen auf dem Speiseplan. Es scheint, als würde Lotte die kleinen Mäusehappen selbst verschlucken und zur Fütterung die größeren Beutetiere verwenden. Leo versuchte auch schon mehrmals Mäuse direkt den Jungen zu geben. Und wie wir es schon aus den Vorjahren kennen, verhinderte Lotte dies energisch.

Inwiefern Leo bevorzugt Mäuse erbeutet, um diese direkt verfüttern zu können oder ob er einfach nur jede Gelegenheit zum Jagderfolg nutzt, können wir nicht beurteilen.
Die für die jetzige Jahreszeit kontinuierlich zu niedrigen Temperaturen bremsen die gesamte Entwicklung der Natur und damit auch die Vermehrung der potentiellen Nahrungstiere unserer Uhufamilie. Eine deutliche Erwärmung ist für die nächsten Tage wohl leider nicht in Sicht. Immerhin sind die Mäusebestände offensichtlich relativ hoch; sie könnten zumindest vorerst eine Notversorgung sichern.

Ich hoffe auf Leos Lernkurve und guten Jagderfolg und wünsche uns schöne Beobachtungen der bis ungefähr zum zehnten Lebenstag noch blinden Uhuküken.

Ihr Stefan Brücher
Gesellschaft zur Erhaltung der Eulen e. V.