Gute Aussichten?

Gute Aussichten?

Obwohl das Uhumännchen oft den Ausschlag für die Wahl der Nistmulde gibt, scheint sich Lotte derzeit nicht auf das untere Nest einlassen zu wollen. Am vergangenen Samstag war sie „oben“ ganz in Nestbaustimmung.

Auf dem Video können wir ihre Brutabsicht im Traditionsnest deutlich erkennen.

Wie es in diesem Jahr um den Jagderfolg bestellt sein wird ist derzeit noch nicht absehbar. Beutegeschenke von Leo konnten wir bisher noch nicht beobachten, in den kommenden Wochen wird die Anzahl der Geschenke die Anzahl der zu legenden Eier entscheidend beeinflussen.

Besonders frühe Brutbeginne sind in diesem Jahr in der Eifel bislang nicht bekannt und so kann die Eiablage noch einige Wochen auf sich warten lassen.

Auf dem zweiten Video können wir, nachdem Lotte das Nest verlassen hat, intensive Balz und auch eine Kopulation mit schnellen „Buh buh buh“ Rufen und „Gezwitscher“ hören. Soweit sind also alle nötigen Zutaten bei einander…

 

Mit vielen Grüßen

Ihr Stefan Brücher
Gesellschaft zur Erhaltung der Eulen e. V.


Nach der Brut ist vor der Brut

Nach der Brut ist vor der Brut

Liebe Uhufreundinnen und –freunde,
die Herbstbalz der Uhus ist schon in vollem Gange. Obwohl Leo den diesjährigen Brutverlauf nicht in bester Erinnerung haben dürfte, ist er immer noch auch vom unteren Brutplatz angetan.

2016-10-23-19-58-24

„Nestlocken und Mulde-Scharren“ konnten wir an beiden Nistplätzen beobachten. Lottes „Hinkebein“ scheint weiter geheilt zu sein, zumindest können wir auf dem Video keine eindeutige Beeinträchtigung beobachten. Für die nächste Brutzeit wird sie hoffentlich wieder voll einsatzfähig sein.

In den vergangenen Monaten gingen bei uns in der EGE relativ viele Fundmeldungen totaufgefundener beringter Uhus ein. Obwohl das Jahr noch nicht zu Ende ist, übersteigt besonders die Anzahl der als Straßenverkehrsopfer gemeldeten Uhus die der Vorjahre. Es mag nur ein Zufall sein oder aber ein Hinweis darauf, dass die Nahrung für Uhus weiterhin sehr knapp ist und die Uhus vermehrt an Straßen jagen. Dort ist in der intensiv genutzten Landschaft oft noch am ehesten etwas zu fangen oder beispielsweise ein überfahrenes Kaninchen zu finden. Je intensiver Acker- und Grünland oberhalb des Ahrtales bewirtschaftet werden, umso knapper sind Nahrungstiere für Uhus. Das Risiko für Uhus bei dieser Gelegenheit mit Autos zu kollidieren, ist hoch. In der Nähe unserer Web-Cam-Uhus gibt es glücklicherweise wenig breite, viel befahrene Straßen.

Drücken wir den Uhus die Daumen und arbeiten wir dafür, dass in die Agrarwirtschaft mehr Vernunft einkehrt und dort mit mehr Rücksicht auf die Natur gewirtschaftet wird. Das ist auch eine Frage des Konsumverhaltens der 80 Millionen Bundesbürger.

Mit vielen Grüßen

Ihr Stefan Brücher
Gesellschaft zur Erhaltung der Eulen e. V.


Deutliche Besserung

Deutliche Besserung

Liebe Uhufreundinnen und -freunde,

Lottes Gesundheitszustand hat sich deutlich gebessert. Sie ist zwar immer noch gehbehindert, benutzt den Fuß aber sogar zum Transport großer Beute. Auf den eingebundenen Videos können Sie sich selbst ein Bild davon machen.

Wir konnten auch beobachten wie Lotte bei der Körperpflege eingeschränkt war: Sie versuchte sich zu kratzen, konnte aber nicht auf dem verletzten Fuß stehen. Auch dies besserte sich deutlich (siehe Video). Erstmalig konnten wir Lotte beim Staubbaden beobachten. Mit dem Bad im Staub, versuchen Vögel Parasiten zu bekämpfen. Der Staub soll die Atemöffnungen der Quälgeister verstopfen. Die Badepfanne auf der Terrasse ist deutlich zu erkennen.

Erstmalig konnten wir Lotte beim Staubbaden beobachten. Mit dem Bad im Staub, versuchen Vögel Parasiten zu bekämpfen.
Erstmalig konnten wir Lotte beim Staubbaden beobachten. Mit dem Bad im Staub, versuchen Vögel Parasiten zu bekämpfen.

In vielen Zuschriften wurde uns vorgeschlagen, Lotte einzufangen, um sie tierärztlich behandeln zu können. Auch wir haben diese Möglichkeit erwogen. Aber nun gibt es für eine solche Aktion eher keine Veranlassung mehr. Ein solches Unterfangen wäre an diesem Brutplatz recht schwierig gewesen und wir hätten Lotte erst einmal hungern lassen müssen, damit sie uns überhaupt in die Falle hätte gehen können. Vielleicht wäre sie aber vorher selbst schon wieder auf Beutefang geflogen.

Der Junguhu hat in den vergangenen zwei Wochen erhebliche Fortschritte gemacht. Er fliegt umher und folgt seiner Mutter, wenn diese mit Beute wegfliegt. Zwischenzeitlich ist er nachts auch nicht mehr zu hören; er erweitert seinen Aktionsradius. Der Kleine, der nun gar nicht mehr so klein ist, übt sein Jagdgeschick schon an der Beute (siehe Video: Junguhu jagt Elster), wird jedoch noch Monate brauchen, bis er sich selbst versorgen kann.

Auch aufgrund meiner Futterlieferungen kommen die Uhus bisher (wie auf den nächtlichen Archivbildern zu sehen ist) jede Nacht auf die Terrasse. In einigen Tagen werde ich die Beutetiere wieder auf den traditionellen Übergabeplatz auf der Felsrippe gegenüber ablegen. Allmählich werden wir die Uhus nicht mehr so schön vor der Kamera sehen können. Dafür ist der Kleine zu mobil. Lottes Zustand werden wir im Blick behalten und eine Grundversorgung mit Beute noch länger gewährleisten.

 

Mit freundlichen Grüßen

Ihr Stefan Brücher
Gesellschaft zur Erhaltung der Eulen e. V.


Lotte ist verletzt

Lotte ist verletzt

Liebe Uhufreundinnen und -freunde,

schon seit sechs Tagen hinkt Lotte deutlich. Nach der Nacht vom 27. auf den 28.06. war sie nicht zum Nest zurückgekommen, erst am 28./29. um 0 Uhr konnten wir sie mit Beute wieder vor der Cam sehen – deutlich hinkend.

Über die Verletzungsursache können wir viel spekulieren: Eine Bisswunde von einem Beutetier, ein einfacher Dorn, den sie sich beim „Nahkampf“ im Gebüsch im Fuß zugezogen hat, ein Igelstachel, eine stumpfe Verletzung (Verstauchung, Bruch von Zehen) z.B. durch Anprall an einem Auto oder Hängenbleiben an einem Zaun (eine mittlere Zehe scheint einen Knick zu haben) … Es gibt viele Möglichkeiten. Die schwierige Nahrungssituation mag Lotte zur Jagd in größerem Umkreis und an unbekannten Orten bewogen haben. Vielleicht geht sie Risiken ein, die in normalen Jahren nicht nötig sind. Vielleicht wäre sie diese Risiken nicht eingegangen, wenn der Jungvogel nicht zu versorgen wäre. Vielleicht hatte sie auch einfach viele Jahre trotz hunderten von gefährlichen Jagdflügen Glück, und nun war es aufgebraucht. Vielleicht, vielleicht.

Aber glücklicherweise hat Lotte auch das Privileg, unsere „Web-Cam–Uhudame“ zu sein. Mit solch einer Verletzung hätte sie im normalen Leben arge Schwierigkeiten, genug Nahrung zu bekommen. Die damit verbundene Schwächung würde ihren Gesundheitszustand rasch verschlimmern, es würde wohl bald lebensbedrohlich. Mit unseren nun erhöhten Futterlieferungen kann sie sich meist sattfressen, kann ihren Fuß etwas schonen und hat die Chance, die Verletzung zu überstehen. Die äußerlich sichtbare Beeinträchtigung wurde in den vergangenen Tagen zumindest nicht stärker. Lotte ist immer noch kräftig, reagiert normal und flink. Bisher beeinträchtigt die Verletzung noch nicht sichtbar den Gesamtzustand.

Wo ist eigentlich Leo?

In den vergangenen schwierigen Wochen war Leo recht „unauffällig“. Nennenswerte Futterlieferungen oder sonstiges Kümmern um den Nachwuchs konnten wir kaum beobachten; wir können geringe Futterlieferungen zum Übergabeplatz aber auch nicht ausschließen.

Futterübergabeplatz und „Fremduhu“

Bisher brachte ich die Bisamratten meist zum traditionellen Futterübergabeplatz. Die Tiere wiegen 1-2 Kilogramm und wurden von Lotte meist zuverlässig zum Nest gebracht. Es gab jedoch auch zwei Bisamratten, die nicht im Nest ankamen; es ist ungeklärt, was damit geschah. Mit einer Wildcam versuchte ich dem möglichen Dieb auf die Schliche zu kommen, dies gelang jedoch bisher nicht. Am vergangenen Donnerstag verschwand die Bisamrate derart schnell, dass die Auslösezeit von 0,9 Sekunden nicht ausreichte, den Abholer abzulichten. Die Cam wurde zwar ausgelöst, das Foto zeigt jedoch nur „Bisam weg“. Ich vermute einen anderen, fremden Uhu als Bisamdieb und zwar eher ein Weibchen da die zuletzt verschwundene Bisam sehr groß und schwer war. Diese im „Vorbeifliegen“ so schnell mitzunehmen vermag nur ein sehr großer und kräftiger Uhu. Alles Vermutungen, aber am heutigen Sonntag konnten wir akustisch ein fremdes Weibchen bestätigen…

Um Lottes Fuß nun nicht mit den Transportdiensten zu belasten, sehe ich mich gezwungen, die Nahrung doch wieder bis ins Nest zu liefern (zumindest schwere Tiere). Dies ist mühsamer und mit mehr Kletterei verbunden. Von einer Stufe unter dem Nest aus werfe ich die Bisamratte auf die Terrasse, ohne dass mich der Junguhu sehen muß. Bisher gelingt dies recht gut; der Jungvogel wurde noch nicht von einer fliegenden Bisamratte getroffen.

 

Der Junguhu kann sicherlich schon besser und mehr fliegen als er sich bisher traut. Er ist auch schon mehrmals in das abgestorbene Efeu über der traditionellen Brutnische und damit außer Sichtweite der Cam geflogen. In einigen Tagen müsste die Umstellung des Jungen auf den traditionellen Übergabeplatz gelingen, dies ist jedoch mit der gleichzeitigen Schonung von Lottes Fuß nicht so leicht vereinbar.

Es gibt also vieles zu berücksichtigen und es ist nicht sicher, ob wir mit wohl gemeinten Hilfsmaßnahmen letztendlich etwas Positives bewirken. Und eines sollten wir auch sehen: So sehr wir auch diesem einen „Uhu-Vorzeigepaar“ helfen, bei all den anderen wird ganz normal gelitten und gestorben.

Die Bisamratten werden uns übrigens von professionellen Bisamjägern kostenlos zur Verfügung gestellt. Die Tiere werden getötet, um die Uferbefestigung kleinerer Flüsse vor Unterhöhlung zu schützen. Bisher kamen die Kadaver in die Tierkörperverwertungsanlage.

Mit freundlichen Grüßen

Ihr Stefan Brücher
Gesellschaft zur Erhaltung der Eulen e. V.


Erfolgreiche Umsiedlung

Erfolgreiche Umsiedlung

das „Umtopfen“ des Uhus war ein voller Erfolg. Schon nach wenigen Stunden benahm er sich am neuen Platz, als wäre er sein angestammtes Zuhause. Lotte machte den kleinen Uhu dank seiner Bettelrufe schnell ausfindig und versorgte ihn mit Nahrung. Die Bewegungsfreiheit auf der Nestterrasse nutzte er direkt für ausgiebige Trainingsläufe.

Der elterliche Jagderfolg lässt weiterhin stark zu wünschen übrig. Sie erbeuteten zwar mehrmals Ratten, aber längst nicht jede Nacht gab es Futter für den Junguhu. Etwa alle 3-4 Tage bringe ich eine dicke Bisamratte oder mehrere  Zuchtratten (erkennbar an weißen Fellanteilen) zum Fels. Diese fast ausgewachsenen Ratten schluckt der Junguhu inzwischen am Stück herunter, am Freitagabend sogar zwei innerhalb einer Stunde. Es ist wirklich erstaunlich, wieviel in so einen Uhu hineinpasst. Ohne diese Unterstützung wäre er wohl längst verhungert.

Gefahr von Oben

Die vermutlich oberhalb der Brutnische wohnenden Füchse erregen immer wieder Lottes Aufmerksamkeit. Öfters schaute sie dort hin und flog mit forschem Auftreten in diese Richtung. Am Samstagmorgen machte sich vermutlich einer der Füchse auf den Abstieg in Richtung Junguhu. Fallende Schieferbrocken kündigten den Besuch an und „unser Kleiner“ wurde instinktiv plötzlich ganz groß. Lotte war in Sekundenschnelle zur Stelle und gemeinsam drängten sie die Gefahr von oben zurück. Für die nächsten Stunden blieb der Junguhu vorsichtshalber am anderen Ende der Terrasse sitzen; erst nachmittags traute er sich zurück.

Innerer Konflikt

Lotte beobachtete meine Futterlieferung am Freitag aus sicherer Entfernung, und ich konnte sie dabei sehen. Meine Anwesenheit beunruhigte sie dabei zunächst kaum. Aber, als ich sie anschaute (auf ca. 70 Meter Distanz), wurde sie sichtlich nervös, fühlte sich jedoch gleichzeitig von der gelieferten Nahrung angezogen. Lotte rückte etwas zur Seite, versteckte sich hinter einem kleinen Felsvorsprung, behielt aber die Ratten im Auge und schob ihren Kopf nur so weit um die Ecke, dass sie den fetten Braten mit einem Auge sehen konnte. Erst 90 Minuten später, im Schutz der Dämmerung, traute sie sich an den Übergabeplatz und brachte die erste Ratte zum Jungen.

Mit freundlichen Grüßen

Ihr Stefan Brücher
Gesellschaft zur Erhaltung der Eulen e. V.


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