Turbulente Nacht

Turbulente Nacht

09. Juni, 01:17 Uhr: Grundlose Sorge?

Der gestrige Abend im Uhunest war sehr turbulent. Ein Junguhu griff sein Geschwister an und verletzte ihn möglicherweise. Kurze Zeit später erschien das Uhumännchen (rechts beringt) und brachte Beute.

Die Jungvögel stürzten sich darauf. Dennoch wirkt der kleinere Uhu mitgenommen und wir sind nicht sicher ob dieser auch gefressen hat. Nach meiner Einschätzung ist es ungewiss ob er sich erholen kann, und auch ob er die Nacht übersteht. Gegebenenfalls steht eine Rettungsaktion bevor.

Mir ist noch unklar ob beide Altvögel leben. Die aktuelle Situation könnte durch das Verschwinden von Lotte erklärt werden. Männliche Uhus zerteilen die Beute meist nicht, in diesem Fall stünden die Chancen für den schwächeren Jungvogel nach meiner Einschätzung nicht gut.

Viele Zuseher haben rege Anteil genommen und sich mit E-Mails (72 Stk. am Mittwoch Abend) an mich gewandt, gaben teils gegensätzliche Interpretationen und auch gegenteilige Ratschläge und Handlungsvorschläge.

Ich möchte nur sagen: es ist nicht leicht das Richtige zu tun.

Ich bin froh am Mittwoch Abend nicht im Dunkeln in die Felswand geklettert zu sein. Da mindestens noch ein Altvogel vor Ort ist hätte dieser in der Dunkelheit möglicherweise angegriffen, es hätte gefährlich werden können…

09. Juni, 07:47 Uhr: Unsere Hilfe kam zu spät…

Wie befürchtet hat der angeschlagene Jungvogel die Nacht nicht überstanden. Er liegt tot unter der Cam.

Meiner Einschätzung nach ist "Lotte" etwas zugestoßen und nun kann nur noch das Uhumänchen den Jungen versorgen.

Am gestrigen Abend hatten wir einige Ratten auf eine Felsnase gelegt, diese waren vom Männchen gefunden und in den Horst gebracht worden. Leider zu spät…

Einige Bilder der letzten Nacht finden Sie im Archiv.

Mit freundlichen Grüßen

Stefan Brücher
Gesellschaft zur Erhaltung der Eulen e. V.

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