Beringung

Beringung

Die Beringung ist für kommenden Mittwoch, den 13. Mai 2015 gegen 19 Uhr geplant.

Liebe Uhufreundinnen und -freunde,

die jungen Uhus haben Nahrungsmangel und auch fette Tage erlebt; sie sind mächtig gewachsen. Nun ist auch das kleinere Küken für die Beringung groß genug.

Die dank der durch die Webcam möglichen Einblicke in das Familienleben der Uhus erbringen auch noch im achten Jahr neue Erkenntnisse:
Das neue Männchen Leo übergibt den Küken kleine Beutetiere sehr gerne selbst; bei seinem Vorgänger war dies kaum zu beobachten. Sofern Lotte in der Nähe ist, drängt sie sich dazwischen. Sie gesteht dem Männchen einen so nahen Kontakt zu den Küken nicht zu und dadurch entstehen auch regelrechte Raufereien zwischen den beiden. Leo versucht nun offenbar, Mäuse heimlich zu den Junguhus zu bringen und macht sich dann auch ganz schnell wieder aus dem Staub.

Große Beutetiere (Igel, Stockente, Bisam, Fisch und Kaninchen) waren bisher eher die Ausnahme. Leo kann noch nicht alle Nahrungsquellen des Reviers kennen. Verglichen mit seinem Vorgänger hat er beim Beutemachen zwangsläufig Nachteile. Beispielsweise kennt er gewiss noch nicht alle Fuchsbauten, welche von Heinzl regelmäßig abgesucht wurden. Er hat noch viel zu lernen. Vielleicht überblickt er auch noch nicht die Vorteile großer Beutetiere.

Lotte sitzt mittlerweile auch tagsüber nicht mehr ständig bei den Jungen. Am heutigen Sonntag kann dies eine Reaktion auf den geringen Jagderfolg der Vornacht sein: Sie mag nicht ständig von den Küken angebettelt werden und sitzt daher etwas abseits. Die Jungen verbrauchen dann durch erfolgloses Betteln nicht unnötig Energie.

Für die nächsten Tage wünsche ich den Uhus viel Erfolg bei der Jagd und freue mich auf meinen Besuch im Uhunest.

Mit freundlichen Grüßen

Stefan Brücher
Gesellschaft zur Erhaltung der Eulen e. V.


Der Kleinste hat nicht überlebt

Der Kleinste hat nicht überlebt

Liebe Uhufreundinnen und –freunde, heute Mittag lebte das jüngste Uhuküken nicht mehr. In den ersten Lebenstagen sind die jungen Uhus naturgemäß sehr empfindlich.

Gerade für einen Nachzügler muss in den ersten 1-3 Tagen alles passen damit er neben seinen Geschwistern bestehen kann. Bei meinen Beobachtungen an den Nestern der Eifeluhus habe ich schon oft große Nahrungsmengen neben 1-5 tägigen Junguhus gesehen. Ich hatte dann immer den Eindruck als wolle das Uhumännchen in diesen empfindlichen Tagen auf Nummer sicher gehen und lieber viel zu viel als einmal zu wenig  Nahrung bereitstellen.

In Ansetzen konnten wir dies auch bei Leo beobachten, aber möglicherweise war er darin nicht konsequent genug? Küken können den ersten Lebenstag meist noch von ihren eigenen Körpervorräten leben. Die Nacht mit nur einem kleinen Beutetier lag im ersten Lebenstag von “Nr.3“ und sollte ihm daher nicht viel ausgemacht haben? Vielleicht war das Jüngste auch einfach von vorne herein nicht kräftig genug?

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Gestern verlies Lotte das Nest sehr stürmisch, dabei gerieten zwei Küken aus der Mulde und Lotte trat versehentlich darauf. Wurde das Kleinste dabei verletzt?

Wir werden die Ursache nie wirklich ergründen können, es gilt diesen natürlichen Vorgang genauso zu akzeptieren wie die Tode der Beutetiere.

Dennoch wünsche ich viel Vergnügen bei den weiteren Beobachtungen.

Mit freundlichen Grüßen

Stefan Brücher
Gesellschaft zur Erhaltung der Eulen e. V.


Drei Küken. Perfektes Mutterglück

Drei Küken. Perfektes Mutterglück

Liebe Uhufreundinnen und -freunde, gestern ist auch das dritte Küken geschlüpft. Die jungen Uhus scheinen wohlauf zu sein, und auch die Versorgung mit Nahrung ist bisher sehr gut.

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Bei unseren Kontrollen der anderen Brutplätze in der Eifel fanden wir sechs Bruten, die schon im Januar begonnen wurden. Bisher kamen solchermaßen frühe Bruten nur in klimatisch besonders milden Regionen vor. 2015 haben jedoch auch Uhus der Höhengebiete extrem früh mit der Brut begonnen. Wir führen dies auf die sehr hohen Mäusebestände, die daraus resultierende frühe Fitness der Altvögel und auf die auch zur Balzzeit gute Erreichbarkeit von Beutegeschenken (vom Männchen, um das Weibchen in Stimmung zu bringen) zurück.

Brutaufgaben gab es jedoch auch:  Die Nistmulde eines Uhus wurde während der Regentage durchnässt. Infolgedessen verklebten die Eier zu sehr mit Lehm. Dann gab das Weibchen das Gelege auf. In einem anderen Fall lockerte der heftige Sturm den Wurzelbereich eines in der Felswand stehenden Baumes und dieser rutschte mit dem Uhunest und mehreren Kubikmetern Lavagestein in die Tiefe. Am Web-Cam-Brutplatz sind derlei Katastrophen unwahrscheinlich, so dass dort die Chancen für einen erfolgreichen Brutverlauf gut stehen.

Mit freundlichen Grüßen

Stefan Brücher
Gesellschaft zur Erhaltung der Eulen e. V.


Das erste Küken ist gestern Nachmittag geschlüpft

Das erste Küken ist gestern Nachmittag geschlüpft

Liebe Uhu-Freundinnen und –freunde, nun ist es endlich so weit, das erste Küken ist gestern Nachmittag geschlüpft.

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Schon am Samstag konnten wir, als Lotte das Nest verlassen hatte, deutlich Rufe aus einem der Eier hören. Die erste Fütterung konnten wir schon gegen 23.45 beobachten, nachdem “Leo“ einen erbeuteten Gartenschläfer in das Nest brachte.

Haben alle Eier überlebt und werden in den nächsten Tagen alle Küken gesund und kräftig schlüpfen?

Wir können uns freuen die Einzelheiten in gegenüber den Vorjahren deutlich erhöhter Bildqualität beobachten zu können.

Ihr

Stefan Brücher
Gesellschaft zur Erhaltung der Eulen e. V.


Drittes Ei

Drittes Ei

Liebe Uhu-Freundinnen und –freunde, sofern unsere Beobachtungen und Interpretationen zutreffen, legte Lotte am 13.03. gegen 9.30 Uhr das zweite und heute am 16.03. gegen 10.47 Uhr ein drittes Ei. Ganz nach Lehrbuch im drei Tage Abstand.

Das neue Uhu-Männchen versuchte Lotte noch von einem Eiablageplatz unter der Kamera zu überzeugen als in der Nistmulde bereits ein Ei lag

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Später bemerkte er die vollendeten Tatsachen und versuchte die Eier während Lottes Abwesenheit mit einer Maus zu füttern (am 13.03. gegen 19 Uhr). Auch wenn er offensichtlich noch nicht ganz den Durchblick hat, funktionieren seine Instinkte; sie leiten ihn in seiner ersten Versorgersaison.

Mehrfach konnten wir Beuteübergaben im Sichtfeld der Cam sehen. Wagt Lotte ein viertes Ei?

Dank der Cam haben wir tiefe Einblicke in Lottes Familienangelegenheiten. Wir dürfen und wollen die Uhus nicht vermenschlichen.

Es spricht aber nichts dagegen, Lottes Brutpartner einen Namen zu geben. Frau Rita Humrich hat uns den Namen „Leo“ vorgeschlagen. Nennen wir das Uhu-Männchen also Leo. Ob er sich einsetzt wie ein Löwe, wird sich zeigen.

Ihr

Stefan Brücher
Gesellschaft zur Erhaltung der Eulen e. V.