Endlich läuft die Cam wieder zuverlässig

Endlich läuft die Cam wieder zuverlässig

Liebe Uhufreundinnen und –freunde,

nach zwei Wochen (fast) ohne Bilder aus dem Brutfelsen sind wir nun endlich wieder live dabei.

Beide Uhus sind wohlauf, und an manchen Abenden konnten wir auch schon intensive Balz, teils mit Kopulation und Beuteübergaben, sehen oder zumindest hören. Einen Mulde-scharrenden Leo haben wir in den paar Tagen noch nicht beobachten können. Inwieweit dies vielleicht auf einen späten Brutbeginn oder auf eine nochmals neue gewählte Brutnische hindeutet bleibt abzuwarten.

Immerhin stattete Leo der letztjährigen Brutnische am frühen Rosenmontag einen Besuch ab, siehe Video.

Beschädigtes Kabel

Vor zwei Wochen hatte ich an Cam 1 einen neuen Schutzkasten und neue Infrarot-Scheinwerfer angebracht, um für die neue Saison gut gerüstet zu sein. Danach lief die Übertragung jedoch nur noch zwölf Stunden bis der Fehlerstromschutzschalter die Stromzufuhr beendete. Vermutlich hatte die Ursache mit den Umbauten zu tun; ich brauchte einige Tage, um herauszufinden, dass es doch andere Ursachen gab.

Den Spuren nach zu urteilen, hatten Marder (siehe Video) Gefallen am Strom zuführenden Kabel gefunden. An mehreren Stellen hatten spitze Zähne die Isolierung durchlöchert und war Feuchtigkeit eingedrungen. Aber auch nach der Erneuerung von 120 m Kabel (es war bei Schnee und Eis im unwegsamen Gelände kein Vergnügen) lief die Cam nur eine Stunde bis es im Sicherungskasten erneut klapperte.

Bei der Kontrolle des nächsten Kabelabschnittes fand ich dann den letztlich wohl ausschlaggebenden Fehler: Mäuse (siehe Video) hatten die Isolierung an einer Stelle derart abgeknabbert, dass „Null und Erde“ blank nebeneinander lagen. Schwarzgefärbt und mit „Schmorgeruch“, kein Wunder also… Nach dem Austausch des Kabels läuft die Cam nun wieder zuverlässig und wir können die weitere Entwicklung nun hoffentlich live miterleben.

Ich wünsche Ihnen schöne Beobachtungen

Ihr Stefan Brücher
Gesellschaft zur Erhaltung der Eulen e. V.


Ausgeflogen, aber noch in der Nähe

Ausgeflogen, aber noch in der Nähe

Liebe Uhufreundinnen und –freunde,

ganz nach Fahrplan sind die Junguhus im Alter von acht Wochen ausgeflogen. Der kleinere brauchte einige Tage länger, um den Absprung zu finden und suchte danach auch direkt die Gesellschaft seines Geschwisters.

Weil das diesjährige Nest „landetechnisch“ recht anspruchsvoll ist, werden sich die Uhus vermutlich nicht so bald wieder dort einfinden. Diesbezüglich wurden wir in den Vorjahren vom Traditionsnest sehr verwöhnt. Dort konnten wir die Heranwachsenden noch wochenlang regelmäßig wiedersehen. Aktuell können wir sie nur akustisch vernehmen und soweit es sich abschätzen lässt, sind die Uhus wohlauf. Bettelrufe und nächtliches Schnabelgeklapper deuten auf einen normalen Ablauf hin. Vielleicht können wir mit einer leicht verschobenen Halterung von Cam1 den vermutlichen Aufenthaltsort der Jungen etwas beobachten und sie doch noch einmal zu Gesicht bekommen.

Wir danken Ihnen für Ihr reges Interesse am diesjährigen Brutgeschehen.

Auch bitte ich Sie herzlich um eine Spende (Verwendungszweck: Webcam) für die Übertragung der Live-Bilder. Trotz Hauptsponsor liegt unser Eigenanteil am Webcam-Betrieb bei mehreren tausend Euro jährlich. So können Sie gewiss verstehen, wie dankbar wir für jede Spende sind.

Vielleicht mögen Sie auch das EGE-Kinder- und Familienbuch für 12,50 Euro bestellen. Eine der sechs Geschichten darin handelt von Uhus.

Mit freundlichen Grüßen

Ihr Stefan Brücher
Gesellschaft zur Erhaltung der Eulen e. V.


In zwei Wochen fangen sie an zu fliegen

In zwei Wochen fangen sie an zu fliegen

Liebe Uhufreundinnen und –freunde,
voraussichtlich sind die beiden Junguhus nur noch zwei Wochen lang im Nest. Weil das Nest nicht viel Raum bietet, könnte der Bewegungsdrang die jungen Uhus schon relativ früh zum Verlassen der Brutnische drängen. Allabendlich können wir sehen, wie energiegeladen sie mit den Flügeln schlagen, auf Beute springen und herumlaufen.

Bei der Beringung konnte ich das Größenverhältnis der Geschwister  einschätzen. Ich glaube, beide Vögel sind Männchen. Sie waren doch ausreichend genährt und geben keinen Anlass zur Sorge.

Auch meine Futterlieferungen waren seltener notwendig. Eine gewisse Grundversorgung mit Mäusen ist gegeben, und zweimal wurde auch ein Kaninchen erbeutet. Auch die beiden jungen Uhus zeigen beim Fressen in dieser Hinsicht eine gewisse Gelassenheit, wenn man das so sagen darf.

Nun haben die beiden eine weitere Herausforderung zu bestehen:
Am 22. Mai werden nämlich die unterhalb des Nestes gelegenen Rebflächen erstmalig in diesem Jahr vom Hubschrauber aus gespritzt. Mit der Hubschrauberfirma habe ich die nötigen Absprachen getroffen, so dass sich die Risiken für die Uhus in Grenzen halten sollten.

Noch ein Tipp:
Schauen Sie doch auch mal in unsere „Highlights“. Jeden Tag fallen mehere Hundert Einzelbilder an, die wir sichten unddavon die interessantesten für Sie online stellen.

 

Mit freundlichen Grüßen

Ihr Stefan Brücher
Gesellschaft zur Erhaltung der Eulen e. V.


Beringung diesen Freitag

Beringung diesen Freitag

Die Beringung der jungen Uhus ist für diesen Freitag den 12.5.2017 gegen 20:00 Uhr geplant.

Liebe Uhufreundinnen und –freunde,
im Alter von gut vier Wochen werden die Uhus langsam mobil. Höchste Zeit für die Beringung.
Bei der Nahrungsversorgung haben die Uhus weiterhin bedenkliche Lücken. Sie erbeuteten zwischenzeitlich hauptsächlich Mäuse und Ratten und Gartenschläfer. Das größte Beutetier war ein Waldkauz. Zwei von mir gelieferte Bisam haben lebensbedrohliche Engpässe verhindert.

Bei den Beringungen der Eifeluhus konnte ich in den vergangenen zehn Tagen ein weites Spektrum beobachten. Manche Brutpaare können die Jungtiere kaum mit dem Nötigsten versorgen, andere leben im Überfluss. Gestern konnte ich die bisher schwersten Junguhus beringen. Richtige „Fleischklöpse“, sie waren sichtlich vollgefressen und als Reserve hatten sie noch zwei adulte sowie zwei junge Saatkrähen im Nest liegen. Und dies obwohl das Uhu-Männchen vor einer Woche überfahren wurde. Die verbliebene Uhu-Mutter lebt im Schlaraffenland: Nur wenige hundert Meter entfernt befindet sich eine große Saatkrähenkolonie.

In anderen Nestern finde ich wieder vermehrt Jungfüchse als Beute. Werden sich unsere Ahr-Uhus diese Ressource auch wieder erschließen?

 

Mit freundlichen Grüßen

Ihr Stefan Brücher
Gesellschaft zur Erhaltung der Eulen e. V.


Leos „Lernkurve“ und „Essen auf Rädern“

Leos „Lernkurve“ und „Essen auf Rädern“

Liebe Uhufreundinnen und -freunde,
bei der Nahrungsversorgung der Uhufamilie gab es mehrere Engpässe. Bereits kurz nach dem vorherigen Tagebucheintrag habe ich Leos Mäuselieferungen um ein Eichhörnchen und eine Amsel und nach weiteren drei Tagen um eine Amsel und eine Rotdrossel und bei einer dritten Lieferung um ein Eichhörnchen, eine Waldmaus und eine Mönchsgrasmücke ergänzt. Für den kleineren Junguhu wäre es sonst sehr eng, vermutlich zu eng, geworden.

Bei all` meinen diesjährigen Fahrten zum Uhufelsen an der Ahr konnte ich in unmittelbarer Nähe, oft sogar in Sichtweite der brütenden Lotte, drei bis sechs Stockenten beobachten. Bringen sich die Enten alle noch vor der Dunkelheit in Sicherheit oder warum nutzen unsere Uhus diese attraktive Beute kaum? Zuletzt hatten die Uhus 2016 nur eine Stockente geschlagen, Lotte erbeutete sie damals. Noch vor zehn Tagen mochte ich nicht daran glauben, dass Leo willens oder fähig zum Erbeuten von größeren Beutetieren werden könnte und sah mich schon als allabendlichen Nahrungslieferanten. Ich zweifelte am Sinn derart „zooähnlicher“ Zustände.

Aber es gibt doch Grund zur Hoffnung:
Innerhalb weniger Tage erbeutete Leo zweimal eine Stockente. In einer anderen Nacht brachte er drei kleine, nackte Jungvögel und ein wenig später eine ausgewachsene Ringeltaube (möglicherweise ein Elternteil der Küken). Zwischendurch gab es zwar immer wieder Nächte, in denen er nur ein paar Mäuse brachte, aber er scheint sein Beutespektrum erweitert zu haben. Auch die Jagdmethode „Nesträuber“ eröffnet ihm jetzt neue Möglichkeiten. In der Nacht auf Sonntag den 30.4.17 folgte sogar eine dritte Stockente.

An manchen Tagen verließ Lotte tagsüber das Nest und ließ die Jungen mehrere Stunden alleine. Der Anlass dafür ist uns nicht genau bekannt. Wir konnten jedoch mehrmals kritische Blicke von Lotte über das Kameragehäuse hinweg beobachten. Einmal war auch deutlich ein sich näherndes Tier zu hören; es wackelte sogar an der Cam. Oder war es Lotte selbst? Wollte sie dort nach dem Rechten schauen? Kurz darauf landete sie im Nest, vielleicht um die Küken vor möglichen Fressfeinden zu beschützen (siehe Video).


Andere Tage verbrachten die Uhuküken wohlgewärmt unter dem „Rock“ ihrer Mutter, inclusive mehrerer Fütterungen. So schön und sorgenfrei kann Uhukinderleben auch sein!

Die neue Cam liefert uns nun endlich wieder farbige und schärfere Bilder. Endlich können wir vieles wieder viel genauer beobachten.

 

Mit freundlichen Grüßen

Ihr Stefan Brücher
Gesellschaft zur Erhaltung der Eulen e. V.


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